Audi bringt „Oversprayfreies Lackieren“ in Serie

Bei der "Oversrayfreien Lackierung" wird der Lack millimetergenau und ohne Sprühnebel in Streifen auf die Karosserie aufgetragen.
740px 535px

Bisher wurden Kontrastlackierungen aufgrund der herkömmlichen Lackzerstäuber und dem entstehenden Overspray mittels Maskieren, Schleifen und einem zweitem Lackierdurchlauf realisiert. Das sogenannte "Oversprayfreie Lackieren" (OFLA) revolutioniert diesen zeit- und materialintensiven Prozess. Die Audi AG bringt als erster Automobilhersteller OFLA in Serie und kann damit zwei verschiedene Farben im selben Lackdurchgang auftragen. Der Entwicklungsfokus lag dabei bislang auf der Dachkontrastlackierung ohne Maskieren. Ein robotergeführtes und hochpräzises Messgerät vermisst die Laserlötnaht zwischen Dach und Seitenwandrahmen des Autos. Anschließend trägt ein Applikator einen schwarzen, eigens für dieses Verfahren entwickelten Lack millimetergenau und ohne Sprühnebel in Streifen auf die Karosserie auf. Durch die präzise Aneinanderreihung der feinen Farbstreifen entsteht die Kontrastlackierung – in nur einem Durchlauf. Das spart Zeit, Kosten und ist umweltfreundlich. Audi hat das neue Lackier-Verfahren seit dem Frühjahr 2018 intensiv erprobt und für die Serienproduktion weiterentwickelt. Seit Sommer 2019 sind Schwarzdach-Kontrastlackierungen im Serienprozess möglich. Die OFLA-Technologie reduziert nicht nur den Lackverbrauch, es entfällt auch das bisher benötigte Abklebematerial. Damit spart Audi Ressourcen und erweitert zugleich das Individualisierungsangebot für seine Kunden. Erstmals zum Einsatz kommt das neue Verfahren bei den Editionsmodellen "edition one" der in 2019 überarbeiteten Modelle A4 Limousine und A5 Coupé.

Die JOT-Redaktion war für Sie bei Audi in Ingolstadt vor Ort und wird in der November-Ausgabe (Erscheinungstermin: 30.10.20) ausführlich über den Besuch und das Oversprayfreie Lackieren berichten.

Zum Themenspecial "Automobillackierung"

 

Autor(en): Wi

Mehr zu Automobillackierung

Alle Branche News