Lackentwicklung mit dem Roboter

WB Coatings testet seine neuen Lacke ab sofort mit dem kompakten ready2spray-Roboter.
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Der vorinstallierte, lackierfertige Roboter von Dürr ist eine professionelle Lösung für den automatisierten Lackauftrag. Mit aufeinander abgestimmten und erprobten Komponenten ist er ganz auf die Anforderungen der allgemeinen Industrie zugeschnitten und in dieser Kombination einzigartig auf dem Markt. WB Coatings ist der erste Lackhersteller, der seine neuen Produkte nun mit dem Roboter "ready2spray" entwickelt. Eine Produktneuheit ist beispielsweise ein Chromeffektlack, der unter anderem für Fahrzeuginterieur verwendet wird. Dadurch erhalten Komponenten aus Kunststoff, wie Fensterheber oder Zierspangen im Lenkrad, eine täuschend echte Chromoptik. WB Coatings erreicht diesen Effekt mit Lacksystemen, bestehend aus ein, zwei oder drei Lackschichten. Ohne den Einsatz eines Roboters wäre es laut WB Coatings nicht möglich gewesen, diese neuartigen Lacksysteme als chromfreie Alternative für silbrig glänzende Oberflächen zu entwickeln. Die Herausforderung bestand darin, die Lackschichten des Chromeffektlacks sehr gleichmäßig aufzutragen. Und gerade beim dreischichtigen Lacksystem sollen besonders dünne, reproduzierbare Schichten von 2 bis 3 µm lackiert werden. Das gelinge selbst sehr erfahrenen Handlackierern nicht. Um diese Anforderung zu erfüllen, entschied sich der Lackhersteller für eine automatisierte Lackierlösung von Dürr. Diese besteht aus dem sechsachsigen Kleinroboter EcoRP 10 R1100 mit moderner Applikationstechnik inklusive Misch- und Dosiertechnik für Zwei-Komponenten-Lacke (2K), Farbversorgungen und Ansteuerung.
Das automatisierte Spritzprogramm des Robotersystems lässt keine Abweichung zu und erreicht dadurch eine maximale Wiederholgenauigkeit. Das beginnt mit der Dosierung der Komponenten im stets exakt gleichen Verhältnis. Werden hingegen die Kleinstmengen von nur wenigen Milligramm per Hand gemischt, ist die Gefahr von Ungenauigkeiten groß. Beeinflusst wird das Lackierergebnis auch von der Auftragsgeschwindigkeit und der Entfernung zum lackierenden Objekt. Diese Faktoren schwanken naturgemäß bei der manuellen Applikation, während der Roboter völlig gleichmäßig arbeitet und dadurch immer identische Schichtdicken erzeugt.

In kürzester Zeit ready-to-spray

Mit der Entscheidung für den sechsachsigen Roboter bleibt der Lackhersteller flexibel für die Kundenanforderungen in der Zukunft. So ermöglicht der Roboter das Lackieren von dreidimensionalen Gegenständen mit komplexen Geometrien. Mit einem zweidimensionalen Spritzsystem hätte sich WB Coatings in den eigenen Entwicklungsmöglichkeiten limitiert. Da die Applikationstechnik bereits vorinstalliert ist, war das Robotersystem innerhalb von eineinhalb Tagen aufgestellt, installiert und lackierbereit. Durch die kompakten Maße ließ es sich trotz begrenzter Platzverhältnisse in die bestehende Lackierkabine integrieren. Befindet sich der Roboter in der Parkposition, kann vor derselben Absaugwand auch weiterhin von Hand lackiert werden.

Der komplette Beitrag ist in der April-Ausgabe von JOT erschienen.

Autor(en): Dürr

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