Kostengünstige Energiespeicher für das Elektroauto von morgen

Mit dem Transferverfahren zur Trockenbeschichtung lassen sich Batterieelektroden ohne den Einsatz von giftigen Lösungsmitteln herstellen.
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Bislang beschichten Zellproduzenten ihre Batterieelektroden meist in einem aufwendigen nasschemischen Verfahren. Zunächst mischen sie die Aktivmaterialien, die später die gespeicherte Energie freisetzen sollen, mit speziellen Zusatzstoffen zu einer Paste. Dabei setzen sie organische Lösungsmittel zu, die teuer und überwiegend giftig sind. Um die Fabrikarbeiter und die Umwelt zu schützen, sind hier aufwendige Vorkehrungen für Arbeitsschutz und Wiederaufbereitung notwendig. Ist die Paste auf dünne Metallfolien aufgestrichen, muss sie zudem vor der Weiterverarbeitung getrocknet werden. Das von Forschern am Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden entwickelte Produktionsverfahren zur Trockenbeschichtung kommt ohne diese ökologisch bedenklichen und kostenintensiven Prozessschritte aus. Ein finnisches Unternehmen erprobt die neue Technologie bereits erfolgreich in der Praxis: BroadBit Batteries hat in seiner Fabrik in Espoo gemeinsam mit dem IWS eine Pilotanlage in Betrieb genommen, die Elektroden im Trockenfilmverfahren beschichtet und so neuartige Natrium-Ionen-Batterien herstellt. Mit dem Verfahren lassen sich auch Elektrodenmaterialen verarbeiten, bei denen nasschemische Methoden versagen. Dazu zählen zum Beispiel Energiespeicher, die Schwefel als Aktivmaterial nutzen oder sogenannte Festkörperbatterien, die statt brennbaren Flüssigelektrolyten ionenleitende Feststoffe einsetzen.

Autor(en): Wi

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