Dürr gewinnt mit EcoPaintJet den Deutschen Innovationspreis

Für ein Autodach benötigt das Lackiersystem nur 120 Sekunden.
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Die Dürr Systems AG ist für das Roboter-Lackiersystem EcoPaintJet mit dem Deutschen Innovationspreis in der Kategorie Großunternehmen ausgezeichnet worden. Kernelement des Systems ist ein innovativer Applikator auf einem Roboter. Anders als herkömmliche Rotationszerstäuber trägt er den Lack mithilfe einer filigranen Düsenplatte auf. Diese ist mit rund 50 kaum sichtbaren Löchern versehen, die einen Durchmesser von circa 1 Zehntelmillimeter haben. Durch die Löcher wird der Lack aus 30 mm Entfernung in parallelen Strahlen aufgetragen – ähnlich wie bei einem Inkjet-Drucker. Davor vermisst ein Messsystem mit einer Kamera die Oberfläche. Aus den Messdaten errechnet eine Software die Lackierbahnen, in denen der Applikator über die Oberfläche schwebt. Fahrgeschwindigkeit und Kippwinkel des Applikators werden so gesteuert, dass der Lack stets gleichmäßig aufgetragen wird. Auch die Neigung der Oberfläche wird berücksichtigt, was zum Beispiel bei der Lackierung von Autodächern wichtig ist. Die Innovation vereinfacht die Produktindividualisierung in der Automobilproduktion erheblich. Zum Beispiel lassen sich auf Wunsch Dekorstreifen oder Kontrastfarben auf dem Karosseriedach vollautomatisch auftragen.

Kein Overspray

Der EcoPaintJet verursacht keinen Overspray, der Lack landet nur auf den vorgesehenen Flächen. Daher muss der Rest der Karosserie beim Auftrag einer Zweitfarbe nicht mehr mit Folie abgeklebt werden. Für ein Autodach benötigt der EcoPaintJet nur 120 Sekunden. Zuvor dauerte allein das Anbringen und Entfernen der Folie 50 Minuten. Zudem entfallen pro Karosserie rund 15 Quadratmeter Folienabfall. Weitere Vorteile sind eine bessere Kapazitätsauslastung in Lackierereien und Energieeinsparungen von bis zu 25 Prozent bei der Lacktrocknung. Das Lackiersystem eignet sich nicht nur für Automobilkarosserien, sondern auch bei Teilen, die bisher mit hohem manuellen Aufwand lackiert wurden. Das Spektrum reicht von Felgen, Möbeln und Zweirädern über Kartonagen bis hin zu Garagentoren und Dekors für Flugzeuge und Bahnwaggons.

Autor(en): Wi

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