Automatisch Schleifen, Entgraten oder Polieren

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System zur Oberflächenbearbeitung der ASIS GmbH bietet Sicherheit für Mensch, Qualität und Kosten

Oberflächen schleifen, polieren oder Kanten entgraten sind in nahezu allen Bereichen der Industrie personal- und kostenintensive Arbeitsschritte. Auch die Mitarbeiter sind einer hohen Belastung ausgesetzt. Sei es durch den Schleifstaub in der Luft, die für Gelenke und Muskeln unergonomische Arbeitshaltung oder durch die Vibration des Werkzeugs. Letzteres kann die "Weißfingerkrankheit" auslösen: Eine Durchblutungsstörung, bei der sich die Finger weiß verfärben, schmerzen und taub werden. Bereits 2013 befasste sich die ASIS GmbH mit dieser Thematik und entwickelte das erste automatische Schleifsystem mit Schleifmittelwechsel weltweit. Kunde war damals der VW-Konzern, der für den Füller-Zwischenschliff eine automatisierte Lösung suchte und bei ASIS fündig wurde. Mittlerweile befinden sich in vier Werken des Konzerns automatisierte Schleifanlagen von ASIS. Neben den OEMs schleifen auch Zulieferer wie die Andreas Rathmayr GmbH in Passau oder die Werke der JJ-Group in China ihre Oberflächen voll automatisiert. "Als erster Anbieter dieser Technologie werden wir in der Branche auch heute noch auf die Anwendung Schleifen reduziert, obwohl wir natürlich sehr viel mehr können", sagt Geschäftsführer Tobias Eid und fügt hinzu: „Es gibt aber sicherlich schlechtere Vorurteile als dieses."

Vom Großkonzern bis zum Mittelständler

Neben der Automobilindustrie profitieren auch die allgemeine Industrie, der Maschinenbau, Hersteller von Schienenfahrzeugen und weißer Ware, die Sanitär- und Möbelindustrie oder der Energiesektor von der automatischen Oberflächenbearbeitung. Dabei ist weniger die Unternehmensgröße entscheidend, sondern viel mehr die Aufgabe. „Egal ob Großkonzern oder Mittelständler – überall dort, wo entweder viele gleiche Werkstücke oder große Flächen bearbeitet werden, spielt die automatisierte Oberflächenbearbeitung ihr volles Potential aus", so Eid. Die Vorteile zu herkömmlichen Flächenschleifmaschinen liegen in der Flexibilität durch den Einsatz von Industrierobotern. Fertig montierte Bauteile, dreidimensionale Formen oder unterschiedlich starke Anpressdrücke beispielsweise bei Kanten und Flächen sind ebenso kein Problem wie unterschiedliche Körnungen in nur einem Arbeitsgang. Im Vergleich zum Menschen verfügt der Roboter über einen dreimal höheren Anpressdruck. Dadurch kann das Werkzeug schneller bewegt und insgesamt schneller produziert werden. Zudem arbeitet der Roboter nicht tagesformabhängig und immer zu 100% wiederholgenau.

Spezialwerkzeug für Roboter

Grundsätzlich kann am Industrieroboter jedes beliebige Werkzeug montiert werden. Vom Exzenterschleifer, über Grobschliff- oder Poliermaschinen bis zum Entgratungswerkzeug stehen dem Kunden alle Möglichkeiten offen. "Anfangs setzten wir Profi-Exzenterschleifer an unseren Robotern ein, die jedoch den harten Bedingungen im Dauereinsatz nicht gewachsen waren. Einen geeigneten Schleifer für Robotereinsatz gab es zu dieser Zeit nicht am Markt, also entwickelten wir eben selbst einen", erinnert sich Vertriebsleiter Alexander Schmunk. Das Ergebnis dieser Entwicklung ist die Rob-E-Unit© in mittlerweile zweiter Generation. Der Industrieschleifer ist ausgeführt für den 24/7 Dauereinsatz am Roboter. Durch verschiedene Aufsätze und Interfacepads können 150 oder 75 mm Schleifmittel beliebiger Hersteller verwendet werden. Der Schleifer ist speziell für das automatische Wechseln des Schleifpapiers konstruiert.

Herausforderung Mediumwechsel

"Das Schleifmittel, den Polierschwamm oder die Fächerscheibe automatisch zu entfernen und neu aufzunehmen, stellt die größte Herausforderung dar", so Schmunk, "es ist der Schlüssel zur erfolgreichen vollständigen Automatisierung." Dabei ist der ASIS Schleifer ist in der Lage, den Schleifteller positionsgenau zu stoppen. So ist das Lochbild des Papiers immer in gleicher Position. An der X-Change© Schleifmittelwechselstation halten Finger das Schleifpapier fest und ziehen es sicher ab. Aus dem 400 Schleifmittel fassenden Magazin wird ein Frisches aufgenommen, deckungsgleich zum Lochbild. Das Wechseln dauert insgesamt weniger als 15 Sekunden. Es entstehen keine Taktzeitverluste und das System fügt sich in die Produktion effizient ein. Über eine Versorgungstüre können neue Schleifmittel ohne Unterbrechung der Produktion nachgefüllt werden. "Die Station ist die erste und einzige am Markt, die ihre absolute Prozesssicherheit im Wechseln unzählige Male in der Praxis unter Beweis stellen konnte", bewertet Schmunk.

Testen erwünscht

Wer sich für die Technik interessiert muss nicht die "Katze im Sack kaufen". Allen Interessierten steht entweder am Stammsitz in Landshut oder in der Oldenburger Niederlassung eine Testanlage zur Verfügung. Vorgaben hinsichtlich der Werkstücke, des Verbrauchsmaterials oder der Qualität können so schon im Vorfeld abgeklärt werden.

Weitere Infos unter: www.asis-gmbh.de/anlagenbau/automatische-schleifanlagen

Autor(en): ASIS