Rückblick K 2019 – Funktionelle Oberflächen im Fokus

Der Auftrag einer Plasmaschicht kann das Haft- und Dichtvermögen von Kunststoff-Oberflächen erheblich steigern.
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3333 Aussteller aus 63 Nationen, ausgebuchtes Messegelände, mehr als 224.000 Besucher, davon 73,8 Prozent aus dem Ausland: Die Veranstalter der weltgrößten Kunststoffmesse K 2019 können zufrieden sein – und die Besucher, die sich für Innovationen der Oberflächentechnik interessierten, ebenfalls. Einen Schwerpunkt bildete die Integration von Funktionen in die Oberfläche. Zum Beispiel zeigte Plasmatreat in Düsseldorf "live", wie die Haft- und Dichtfähigkeit von Kunststoffoberflächen durch eine Plasmabehandlung gesteigert werden kann. Der Auftrag der Nanobeschichtung lässt sich in die Spritzgusslinie integrieren und sorgt für eine ebenso haftungsstarke wie mediendichte Metall-Kunststoff-Verbindung. Die Folge: Der Anwender kann auf einen Primer verzichten. Typische Anwendungsfälle sieht Plasmatreat unter anderem bei der Fertigung mediendichter Stecker und der Herstellung hybrider Bauteile wie etwa hinterspritzter Embleme oder Strukturbauteile, die hohe mechanische Anforderungen erfüllen müssen.

Siebdruckfarbe für gedruckte Elektronik

Pröll stellte auf der K 2019 eine Programmerweiterung der Noriphan HTR N-Reihe vor. Dieses verformbare, direkt anspritzbare, lösemittelbasierte Einkomponenten-Siebdruckfarbsystem für die Folienhinterspritztechnik ist seit Jahren bewährt. Neu ist nun ein deckender und kohlenstofffreier, somit nicht-leitender Schwarzfarbton für Anwendungen in der gedruckten Elektronik. Die neue Siebdruckfarbe wurde auch mit Blick auf die IMSE-Technologie des finnischen Herstellers TactoTek entwickelt. Sie schafft die Voraussetzung dafür, elektronische Komponenten wie Berührungssteuerungen, Sensoren, Beleuchtung und Antennen auf einer 2 bis 3 mm dünnen, dreidimensional geformten (Kunststoff-)Oberfläche zu integrieren

Sensorintegration schon im Spritzprozess

Am Messestand von Wittmann-Battenfeld war erstmals das neue, von Kurz entwickelte Dekorationsverfahren IMD Varioform in Verbindung mit der Sensortechnologie der Kurz-Tochter PolyIC zu sehen. In einem Durchgang wurde innerhalb des Spritzwerkzeugs eine Backingfolie umgeformt, hinterspritzt, gestanzt, dekoriert und mit Touchsensoren ausgestattet. Am Stand von Sumitomo (SHI) Demag wurden neueste Entwicklungen im IMD-Verfahren (In-Mould Decoration) vorgestellt. Hier präsentierte Kurz auch eine Mehrfachintegrationstechnik für Sensoren. Dabei entstehen beim Spritzvorgang per IMD-Technik hinterleuchtbare Einzelbilder mit einer Länge von über 900 Millimetern.

Den kompletten Nachbericht lesen Sie in der Januar-Ausgabe von JOT, die Ende Dezember erscheint.

Autor(en): Gerald Scheffels

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