Neue Kommunikationslösungen in Zeiten von Corona

Per Augmented Reality können Experten unabhängig von ihrem Standort Arbeitern mit konkreten visuellen Anweisungen direkt an der Maschine helfen.
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Während der Corona-Krise suchen Unternehmen nach intelligenten Möglichkeiten, ihre Arbeit an neue Situationen anzupassen. Home Office ist eine der Maßnahmen – allerdings können längst nicht alle Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus effektiv erledigt werden. In vielen Fällen ist Präsenz vor Ort gefordert, sowohl in der Produktion als auch bei Inspektionen oder für die Fehlersuche und -behebung an Maschinen und Geräten. Unterstützung per Telefon oder E-Mail ist zeitaufwendig, anstrengend und oft mit Missverständnissen verbunden. Videotelefonie ist nicht interaktiv und die physische Anwesenheit eines Experten ist teuer. Bei komplizierten Fehlern, in denen eine Präsenz erforderlich wäre, brechen Prozesse für Wartung, Kontrollen und Reparaturen aktuell komplett zusammen. Dabei stehen den Unternehmen längst effizientere Kommunikationsinstrumente zur Verfügung als Skype und Co.: Mit in Prozess- und Kontroll-Apps integrierter Augmented Reality können Unternehmen über weite Distanzen visuell in Echtzeit zusammen arbeiten. Per Augmented Reality können Experten unabhängig von ihrem Standort Arbeitern mit konkreten visuellen Anweisungen direkt an der Maschine helfen – als wären sie vor Ort.

Fernwartung und schnellere Fehlersuche

In zwei Kernbereichen ist Remote-AR besonders wirkungsvoll: Der erweiterten Fernunterstützung und dem schnellen Finden von Fehlern mittels AR-Anleitungen. Über Chats oder Videotelefonie können Mitarbeiter die jeweils zuständigen Experten konsultieren. Auf Fotos oder direkt in der Video-Übertragung kann per AR-Anmerkung die Diagnose gestellt oder die Lösung des Fehlers markiert werden. Dabei arbeiten die Teilnehmer mittels Smartphone, Tablet oder AR-Brille. Da alle Teilnehmer das gleiche Bild sehen, können sie exakte Diagnosen stellen und gemeinsam Lösungen finden. Service-Teams ziehen bei Reparaturen Spezialisten hinzu, ohne dass diese erst anreisen müssen. Die Reparatur erfolgt stattdessen unter direkter und visueller Anleitung des Experten, was Ausfallzeiten von Maschinen minimiert. Im Vergleich zu einem Videochat oder E-Mails funktioniert der Austausch mit Remote-AR schneller und ist frustfrei. Mit einer digitalen und AR-unterstützten Anleitung gehören Fehler durch mangelhafte Beschreibungen, veraltete Bilder oder Checklisten der Vergangenheit an. Durch jederzeit aktualisierbare digitale Anleitungen auf Basis der bisherigen technischen Dokumentation ist nahezu jeder Mitarbeiter in der Lage, AR-geführte Inspektionen oder Montagen vorzunehmen: Ein Arbeiter macht ein Foto einer fehlerhaften Maschine. Anschließend wird er per Knopfdruck mit einem Experten verbunden, der ihm anhand des Bildes visuelle AR-Hilfen direkt auf der Maschine einzeichnet. Schritt für Schritt werden Angestellte visuell durch den jeweiligen Prozess geführt und sehen über Markierungen und Einblendungen auf dem Display des Smartphones, Tablets oder der Datenbrille exakt, was sie tun müssen. Neben AR-Markierungen sind auch Animationen und digitale Overlays über den realen Maschinen möglich.

Das Maschinenbauunternehmen Eriks setzt bereits bei der Instandhaltung und Reparatur komplexer Maschinen auf AR-gestützte Remote-Arbeit. Mit der Remote-App von Re'flekt werden Arbeiter mit einem Experten verbunden, der Hinweise und Tipps in ein Foto oder Video eines Bauteils einzeichnen kann. Diese visuelle Führung durch Augmented Reality beschleunigt die Problemklärung. Dieses Vorgehen eignet sich auch für die Ausbildung und Trainings: Eine AR- geführte Ausbildung, beispielsweise für die Montage oder Reparatur einer Maschine, kann effektiver und zeitsparender sein als eine traditionelle Schulung, bei der ein Ausbilder vor Ort sein muss. Per Remote-AR kann der Ausbilder mehr Auszubildende gleichzeitig betreuen und die Wartezeiten der Azubis sind kürzer.

Kollaboratives Arbeiten für einen effizienteren Workflow

Umso mehr Bereiche des Unternehmens per Remote-AR in Echtzeit kollaborieren, desto besser und effizienter lässt sich der tägliche Workflow organisieren und strukturieren. Die Bandbreite möglicher Einsatzbereiche macht Remote Assistance mit Augmented Reality besonders interessant: Wartungen, Reparaturen und Instandhaltungsprozesse sind in fast allen Unternehmen alltäglich. Bei der Montage vom Möbelstück bis zur Fertigungsmaschine lassen sich Fehlerquoten deutlich reduzieren. Der Aufbau von Geräten, Fahrzeugen und der Verlauf von Leitungen lässt sich mittels AR exakt anzeigen. Hinzu kommen Einsatzmöglichkeiten beim Anlagenbau, bei der Herstellung von Kraftfahrzeugen, im Gesundheitswesen und generell in Trainings- und Ausbildungsszenarien.

 

Autor(en): Wi

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