Deutsche Feuerverzinkereien weiterhin voll arbeits- und lieferfähig

Während die Verzinkungsaufträge für Industrieausrüstungen und den Fahrzeugbau deutlich zurückgegangen sind, ist im Segment Stahl- und Metallbau sowie Straßenausrüstung aufgrund der weiterhin stattfindenden Bautätigkeit nur wenig von der Corona-Krise zu spüren.
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Die deutsche Stückverzinkungsindustrie ist nach Angaben des Sprechers des Vorstandes des Industrieverbandes Feuerverzinken, Franz Ehl, auch während der Corona-Krise voll arbeits- und lieferfähig. Die Arbeits- und Lieferfähigkeit der Stückverzinkungsindustrie sei auch mittelfristig weiterhin gewährleistet. Eine aktuelle Blitzumfrage bei den mehr als 100 organisierten Unternehmen im Netzwerk des Industrieverbandes Feuerverzinken, bestehend aus Feuerverzinkungs- und Beschichtungsunternehmen, Ver- und Entsorgern von Hilfs- und Betriebsstoffen und Dienstleistern zeigte, dass sowohl Verbrauchsmaterialien wie beispielsweise Zink oder Vorbehandlungsprodukte als auch Anlagentechnik und Services weiterhin in hohem Maße verfügbar sind.
Durch umfassende Reorganisationsaktivitäten in den Verzinkereien ist nach Angaben des Verbandes ein pandemie-gerechter Arbeitsschutz sichergestellt worden. Neben den üblichen Maßnahmen wie Social Distancing sind in Abhängigkeit der Anlagengröße von Verzinkereien beispielsweise Trennbereiche zwischen einzelnen Arbeitsplätzen oder auch eine Separierung bei der Anlieferung durch Kunden möglich. Weitere praktizierte Beispiele sind räumlich und zeitlich getrennte Schichten und eine Intensivierung von Hygienemaßnahmen.

Kaum Einbußen im Stahl- und Metallbau

Eine Mitgliederbefragung des Industrieverbandes Feuerverzinken ergab, dass die Mehrheit der Stückverzinkereien derzeit vergleichsweise geringe Auslastungseinbußen verzeichnet. Während im Segment Stahl- und Metallbau sowie Straßenausrüstung aufgrund der weiterhin stattfindenden Bautätigkeit nur wenig von der Corona-Krise zu spüren ist, sind die Verzinkungsaufträge für Industrieausrüstungen und den Fahrzeugbau deutlich zurückgegangen. Rund 85 Prozent der Verzinkungstonnage wird im Lohnauftrag für Kunden verzinkt, der Rest erfolgt als sogenannte Eigenverzinkung, bei der eigene Produkte wie zum Beispiel Dachbauartikel, Gitterroste oder Kabeltragsysteme verzinkt werden. Auch hier zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie in der Lohnverzinkung. Produkte für die Bauindustrie werden derzeit weiterhin nachgefragt.
Ob und wie weit die Stückverzinkungsindustrie auch weiterhin liefern kann, hängt derzeit im Wesentlichen von der Verfügbarkeit des Werkstoffs Stahl bei den Kunden ab. „Generell sind wir hier aufgrund von Aussagen seitens der Stahlhersteller überwiegend optimistisch. Doch falls es hier in einzelnen Produktgruppen zu Engpässen und Unterbrechungen in der Lieferkette käme, wären auch einige Unternehmen unserer Branche gezwungen zu reagieren und gegebenenfalls Kurzarbeit anzumelden“, erklärt Ehl.

Autor(en): Ke

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