Chromfrei ohne Anlagenumbau

Aufbau der Horizontal-Linie nach erfolgter Anpassung
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Der Wechsel von einer Chromatierung auf einen klassischen chromfreien Konversionsprozess erfordert meist eine Anpassung der Anlage, insbesondere wenn die Linien kurz sind und nicht genügend Spülkapazität vorhanden ist. Durch ein neues Verfahren ist es der Firma Metallbeschichtung Südpfalz gelungen, ihre 3-Zonen-Anlage ohne Umbau umzustellen. Die Anlage bestand ursprünglich aus drei Zonen – Entfettung, Gelbchromatierung und dreimal VE-Spülen. Zwischen Konversion und Entfettung gab es zwei Spülen, die sich zudem noch in derselben Kammer befanden wie die saure Beize. Um die Verschleppung der Beize in diese Spülen für das chromfreie Verfahren deutlich reduzieren, wurden Klappendichtungen und Ventile gewechselt, eine Schnellentleerung eingebaut und der Überlauf statt mit Stadtwasser mit VE-Wasser betrieben. Der Leitwert dieser Spülen konnte so unter 1,8 mS/cm gedrückt werden. Zur weiteren Verbesserung der Spülqualität und um Antrocknungen zu vermeiden, wurden die Auslaufsprühkränze reaktiviert. Die genannten Maßnahmen führten dazu, dass so wenig Beize in die Konversion verschleppt wird, dass ein Nachschärfen über eine automatische leitwertgesteuerte Dosierung möglich ist. Auch die beiden Komponenten der Entfettung werden automatisch zugegeben. Durch ein gleichmäßiges Nachschärfen über die gesamte Produktionszeit hinweg werden temporäre Konzentrationsspitzen vermieden, was sich positiv auf die Stabilität des gesamten Produktionsprozesses auswirkt. Außerdem wird dadurch der Betrieb der Anlage vereinfacht. Parallel hierzu wurden laufend die Zeiten in der Kammertaktanlage optimiert und schließlich um 19 Prozent reduziert. 

Robuster gegen Verkeimung

Der chromfreie Konversionsprozess von Henkel erlaubt es, ohne Änderung der Wasserkreisläufe quasi jede Chromatierlinie einfach auf folgende Weise umzustellen: Nach gründlicher Reinigung der Anlage muss lediglich im ehemaligen Chromatierbecken die Chromatierung durch das Verfahren Bonderite M-NT 2040 R2 ersetzt werden. Wie bei einer Chromatierung benötigt man auch mit diesem Produkt keine extrem niedrigen Leitwerte vor der Konversion. Das Aktivbad selbst ist so sauer, dass es wie eine Grünchromatierung auch dekapierende Eigenschaften besitzt.
Bei der Umstellung von Grünchromat-Linien mit alkalischer Beizentfettung als einzige Vorbehandlung muss man deshalb nicht zwingend auf eine saure Beize wechseln. Im Extremfall kann man das Medium sogar zusammen mit Tensid als Beizentfettung einsetzen und dann direkt ohne Zwischenspüle in ein Bad mit demselben Medium als Konversion einfahren. Außerdem ist der Prozess mit Bonderite M-NT 2040 R2 – unter anderem wegen des niedrigen pH-Werts der Konversion – robuster gegen Verkeimung als konventionelle Verfahren. Das von Henkel entwickelte Konversionsverfahren besitzt neben den genannten Eigenschaften die Freigaben von GSB und Qualicoat und war damit die optimale Auswahl, um die Horizontallinie bei der Firma Metallbeschichtung Südpfalz ohne größere Umbauten umzustellen. Seit Anfang 2017 hat das Unternehmen Freigaben seitens der GSB, Qualicoat und eines namhaften deutschen Systemherstellers für diesen Prozess. Der vollständige Beitrag ist in der November-Ausgabe von JOT erschienen.

Autor(en): Henkel/Metallbeschichtung Südpfalz

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