Benseler entgratet Ventile für Beatmungsgeräte

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Beatmungsgeräte, auch Respiratoren genannt, die ein selbstverständlicher Bestandteil der Ausrüstung einer Intensivstation, eines OPs oder eines Rettungswagens sind, bekommen in Zeiten der Covid-19-Pandemie eine noch größere Bedeutung. Ein wesentlicher Bestandteil der Maschinen sind die etwa faustgroßen Ventilblöcke, die dafür sorgen, dass die lebensnotwendige Luft ungebremst und staub-, flusen- und faserlos durch das technische System in die Lungen geleitet wird. Gefertigt werden diese 200 x 150 x 150 mm großen Kunststoffblöcke von Kurt Grützmann Feinmechanik in Reinfeld. Dort werden die Rohlinge mithilfe fünfachsiger CNC-Maschinen zerspant und mit außen- und innenliegenden filigranen Bohrungen versehen. Nach einer ersten manuellen Entgratung, einer QS-Prüfung der Maße und der visuellen Prüfung der Bohrungen per Endoskop kommen die Komponenten nach Marbach zu Benseler, um dort thermisch entgratet zu werden. Insbesondere die innenliegenden Bohrungen stellen bei diesen sicherheitsrelevanten Bauteilen eine Herausforderung dar. Mechanische Prozesse bergen die Gefahr, dass sich Materialrückstände etwa in Form von Fasern bilden können, die im anschließenden Produktionsprozess stören. Darüber hinaus kann das auch beim späteren Einsatz der Geräte negative Folgen haben, wenn etwa verstopfte Bohrungen eine reibungslose Funktion verhindern. Diese Gefahr besteht beim thermischen Entgraten nicht: Das heiße Gas, dem die Ventilblöcke in einer Brennkammer zirka 17 Millisekunden lang ausgesetzt sind, erreicht alle Bereiche und Durchgänge des Ventils und verbrennt beziehungsweise verschmilzt die Grate an den komplexen Bohrungen genauso wie eventuell noch vorhandene Rückstände aus dem vorhergehenden Fertigungsprozess.

 

Autor(en): Wi

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