Auswirkungen der Corona-Krise auf die Galvano-Branche

Veränderung der Auftragslage der ZVO-Mitgliedsunternehmen seit dem 1. März 2020 gegenüber dem Vorjahr.
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In einer Umfrage des Branchen-Verbandes ZVO (Zentralverband Oberflächentechnik e.V.) wurden die Mitgliedsunternehmen zu ihrer Betroffenheit durch die Covid-19-Pandemie befragt. Fast 90 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sich ihre Auftragslage seit dem 1. März 2020 gegenüber dem Vorjahr reduziert habe. Bei rund 25 Prozent habe sich auch das Zahlungsverhalten ihrer Kunden verändert: Zahlungen verspäten sich, bleiben zum Teil ganz aus oder es werden längere Zahlungsziele angefragt. 82 Prozent der Befragten haben auf die Situation mit Anpassungen in der Betriebsorganisation reagiert: 17 Prozent haben bei der Agentur für Arbeit Kurzarbeit angezeigt, 52 Prozent Kurzarbeit beantragt beziehungsweise eingeführt, rund 35 Prozent haben ihr Schichtsystem und 31 Prozent die täglichen Arbeitszeiten geändert. Die Kurzarbeit betrifft Fertigung und Verwaltung gleichermaßen mit im Durchschnitt jeweils knapp 40 Prozent. 80 Prozent der befragten Mitgliedsunternehmen nahmen bis dato jedoch keine öffentliche Unterstützung wie Soforthilfe oder Kredite in Anspruch. Die Unternehmen, die einen Kredit aufgenommen haben, machten sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Bearbeitung ihrer Kreditanträge. So gelten die KfW-Programme als sehr aufwendig und bürokratisch und die politischen Ankündigungen zinsloser Kredite wurden als "Etikettenschwindel" enttarnt. Lange Bearbeitungszeiten werden ebenso kritisiert wie Sicherungsforderungen der Banken über das normale Maß hinaus.
93 Prozent der befragten Betriebe hat Schutzmaßnahmen gegen eine gegenseitige Ansteckung getroffen. So galten vielfach bereits seit dem 25. Februar 2020 Reisebeschränkungen für die Mitarbeiter, Zugangsbeschränkungen für Dritte oder den Außendienst, Quarantäne für international Rückreisende oder besondere Schichtsysteme. Am 16. März 2020 kamen weitere Regelungen wie Einhaltung des Mindestabstands, räumliche Entzerrung, Einschränkung von Besprechungen aller Art und verstärkter Einsatz von Telefon-, Web-und Videokonferenzen, Homeoffice, Kantinenschließung oder Absage  von  Veranstaltungen  sowie die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken hinzu.
Insgesamt erwarten 82 Prozent der befragten Mitglieder langfristige Auswirkungen für ihr Unternehmen, in Form von Auftrags- und Umsatzeinbußen, schlechterer Bonität, weniger Wachstum, Liquidität und Investitionsbereitschaft. Aber auch Chancen werden erkannt, durch veränderte Beschaffungsprozesse der Kunden. So kann die abnehmende Globalisierung zu einer Stärkung der eigenen Marktposition beitragen.

Autor(en): Wi

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