Perfekte Haftung für Pulverlacke

Zwei voranodisierte und pulverlackierte Profiloberflächen nach dem Nasshaftungstest. Links: nur Voranodisation, rechts: Voranodisation plus neuem Vorbehandlungsverfahren
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Die Voranodisation gilt nach wie vor als Königsklasse der chemischen Vorbehandlungsverfahren für Aluminiumoberflächen und bietet gerade in Bezug auf extreme Oberflächenanforderungen wie maritimes Klima oder Schwimmbadatmosphäre besonders hohe Widerstandskraft. Die Voranodisation wirkt, vereinfacht betrachtet, wie eine dicke Verzinkungsschicht auf Stahl. Die dicke Schicht bildet eine widerstandsfähige Barriere gegen schädigende Einflüsse von außen und die porige (unverdichtete) Struktur ermöglicht eine gute Verankerung des nachfolgend aufgebrachten Pulverlacks. Trotz der hohen Schutzwirkung birgt die Voranodisation auch Nachteile: Das Vorbehandlungsverfahren ist aufgrund des Strom- und Chemikalienverbrauchs deutlich teurer und je nach Schichtdicke sind längere Behandlungszeiten nötig. Hinzu kommt, dass verfahrensbedingt auch eine sehr gute Spültechnik erforderlich ist, um verbliebene Schwefelsäurerückstände und Aluminiumsalze aus den Poren auszuwaschen. Wird dieser Teil der Vorbehandlung vernachlässigt, können schlechte Lackhaftung und gegebenenfalls verminderter Korrosionsschutz am späteren Fertigteil die Folgen sein. Die Qualicoat fordert für voranodisierte und pulverlackierte Bauteile den sogenannten Nasshaftungstest. Hierbei wird das fertige Bauteil zunächst in vollentsalztem Wasser gekocht, dann mit einem Gitterschnitt versehen und nachfolgend mit einem Klebebandabriss überprüft. Bei dieser Prüfung darf keine Enthaftung auftreten.Gerade beim Nasshaftungstest ist in der Praxis jedoch immer wieder zu beobachten, dass unerklärlicher Haftungsverlust auftritt. Dies bringt meist eine intensive Fehlersuche mit sich: War es eine unzureichende Spültechnik? Eine schlecht ausgebildete Oxidschicht? Oder ein Fehler bei der Lackapplikation? Die tatsächliche Ursache lässt sich im Nachhinein oftmals nur schwer nachweisen.

Optimierte Porenspülung und bessere Lackhaftung

Zur Vermeidung derartiger Haftungsprobleme und zur Verbesserung der Prozesssicherheit hat Alufinish das Vorbehandlungsverfahren Envirox Preano entwickelt. Aufgrund der speziellen, chemischen Zusammensetzung wird gleichzeitig die Porenspülung optimiert, der Korrosionsschutz durch titanhaltige Komponenten unterstützt und die Lackhaftung durch geeignete Polymere verbessert. Bei Envirox Preano handelt es sich um ein chromfreies Verfahren, das nach der Voranodisation aufgebracht wird und die sonst übliche Schlussspüle mit vollentsalztem Wasser ersetzt. Anschließend erfolgt die Trocknung und Pulverbeschichtung der Teile in gewohnter Weise. Die Methode wird als sogenanntes "no-rinse"-Verfahren eingesetzt, bei dem weiteres Spülen nicht zwingend notwendig ist. Alternativ besteht aber auch die Möglichkeit nachfolgend noch einmal mit vollentsalztem Wasser nachzuspülen. Die Anwendung kann also, je nach verfügbaren Anlagenzonen, flexibel gestaltet werden.

Der komplette Beitrag ist in der März-Ausgabe von JOT erschienen.

Autor(en): Thomas Sondermann, Alufinish

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