Normungsantrag zur plasmaelektrolytischen Oxidation von Aluminium genehmigt

Mikroporöses Aluminiumteil (oben) modifiziert durch plasmaelektrolytische Oxidation (links) und nachträglich mittels PVD beschichtet (rechts).
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In einer gemeinsamen Initiative von Automoteam, der Deutschen Gesellschaft für Galvano- und Oberflächentechnik e.V. (DGO) und weiteren Vertretern aus Industrie und Forschung wurde beim DIN-Normenausschuss Nichteisenmetalle (FNNE) im Frühjahr ein Normungsantrag zum Thema "Plasmaelektrolytische Oxidation von Aluminium" gestellt. Jetzt hat der zuständige DIN-Fachbereichsrat Aluminium in seiner jüngsten Sitzung am 20. August diesem Antrag zugestimmt. Im nächsten Schritt soll am 02. Dezember 2020 ein eigenständiger DIN-Arbeitsausschuss gegründet werden, um die Norminhalte festzulegen und zu konkretisieren.
Die plasmaelektrolytische Oxidation (PEO), auch bekannt unter der Bezeichnung MAO (micro arc oxidation), ist ein oberflächentechnisches Verfahren zur anodischen Konversionsschichtbildung, bei dem die Schichtbildung primär durch komplexe thermochemische Reaktionen in einem Gasphasen-Festkörper-Plasma erfolgt. Die mikroporösen, mikrostrukturierten und chemisch aktivierten metall-keramischen PEO-Schichten erreichen eine Dicke von üblicherweise 10 bis 200 μm und aufgrund einer komplexen Mikrostruktur, bestehend aus amorphen und nano- beziehungsweise mikrokristallinen Phasen verschiedener Substanzen, sehr hohe heterogenen Mikrohärten (100 HV bis zu 2000 HV) sowie neuartige Multifunktionalität. Die Anwendungsfelder erstrecken sich von hochverschleißfesten und hitzebeständigen Schichten über wärmeisolierende oder wärmeleitende, elektrisch isolierende oder elektrisch leitende bis zu lichtreflektierende oder lichtabsorbierende Schichten auf Aluminiumbauteilen. Auch korrosionsschützende Schichten für Magnesium oder bioinerte und bioaktive Beschichtungen für medizinische Titanimplantate sind möglich. Ein weiterer Vorteil der PEO-Schichten ist ihre sehr gute Kompatibilität mit anderen Oberflächentechnologien wie KTL, Pulverlack, PVD, Sieb- oder Digitaldruck. Das aktuelle Normungsvorhaben zielt darauf ab, die Anwendungsbreite der bereits seit vielen Jahren industriell verfügbaren Oberflächentechnologie "Metaker Surface§ zu vergrößern und die zugehörigen Kunden-Lieferanten-Beziehungen zu harmonisieren.

Entwickler, Nutzer und Endanwender, die im Bereich des PEO-Verfahrens tätig sind und Interesse an einer aktiven Mitwirkung im DIN-Arbeitsausschuss "Plasmaelektrolytische Oxidation von Aluminium" haben, können sich bis zum 13. November bei Automoteam melden: eugen.pfeifer@automoteam.com

Autor(en): Wi

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